Neuer Anlauf im Grünwald
Die Stadt Zürich und die beteiligten Bauträgerinnen, darunter die BGS, wollen ein zweites Projekt auf dem Höngger Areal Grünwald realisieren. Nun ist eine neue Partnerorganisation mit Zugkraft gesucht.
Das Aus für Ringling 2016 war eine Enttäuschung. Doch die Stadt Zürich und die drei beteiligten Bauträgerinnen, darunter die BGS, halten an einem Projekt auf dem Areal Grünwald fest. Sie wollen dringend benötigten Wohnraum am Stadtrand Zürichs realisieren. Nachdem eine der Bauträgerinnen 2025 zurückgetreten ist, ist eine neue Partnerorganisation mit Zugkraft gesucht. SAW und BGS sind gesetzt – für die Baurechtsvergabe an eine dritte Bauträgerin lanciert die Stadt Zürich im Frühjahr 2026 eine öffentliche Ausschreibung.
(Foto: Copyright "Höngger Zeitung")
Rückblick und Vision
Projekt Ringling scheitert
Die Stadt Zürich beschliesst 1999, ihr 30 000 m2 grosses Areal Grünwald in Höngg zur Überbauung freizugeben. Dazu sucht sie gemeinnützige Bauträgerinnen, um ihr Vorhaben umsetzen. Aus dem Architekturwettbewerb Grünwald 2005/2007 geht das Projekt Ringling als Siegerin hervor. Die Baugenossenschaft Sonnengarten (BGS), die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich (GBMZ) und die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) schliessen sich zu einer Bauträgerschaft zusammen. Das Projekt umfasst 277 Wohnungen, einen Quartier- und Jugendtreff, einen Kindergarten und -hort, einen Supermarkt und einen Quartierplatz. Ringling stösst jedoch von Anfang an auf eine starke Gegnerschaft in Höngg. Diese setzt jedes Rechtsmittel ein, um das Projekt zu verhindern. Schliesslich entzieht das Bundesgericht dem Projekt 2016 die Baubewilligung aufgrund einer ästhetischen Argumentation. Es macht geltend, dass Ringling den gesetzlichen Anforderungen an eine «besonders gute Gestaltung» nicht gerecht werde. Damit setzt es sich über die Entscheide der kommunalen und kantonalen Vorinstanzen hinweg - eine herbe Enttäuschung für die Bauträgerinnen nach über zehn Jahren Planung. Die angelaufenen Planungskosten müssen vollständig abgeschrieben werden.
Neues Projekt im Grünwald
Die drei Bauträgerinnen fassen 2016 den Entscheid, zusammen mit der Stadt Zürich ein neues Projekt im Grünwald zu entwickeln. Als Grundlage dafür lancieren sie ein Quartier-Mitwirkungsverfahren mit drei Workshops. Dabei holen sie die Wünsche und Vorstellung der Bewohnerschaft - einschliesslich Gegnerschaft - ab. Bei der notwendigen Bereinigung von Planungsgrundlagen - z. B. Verlegung von Bushaltestellen oder Planung eines Radwegs - stösst die Stadt einmal mehr auf den Widerstand der Projektgegner:innen. Dieser bringt den Projektfortschritt ins Stocken. Die Bauträgerin GMBZ tritt 2025 vom Projekt zurück. Die Stadt will 2026 eine neue Bauträgerin suchen, welche die Vision für ein neues Projekt im Grünwald teilt.
Vision Grünwald
Für die Realisierung eines Projekts im Grünwald suchen die beiden verbleibenden Bauträgerinnen BGS und SAW eine gleichgesinnte Kooperationspartnerin. Ziel ist, gemeinsam einen vorbildlichen Wohn- und Lebensort Grünwald zu schaffen. Dabei setzen sie auf eine gute Durchmischung, ein vielfältiges, generationenübergreifendes Wohnungsangebot, neue Wohnformen und ergänzende, gemeinschafts-fördernde Nutzungen sowie quartierverbindendes Gewerbe. Sie verstehen die Gestaltung des Aussenraums als Chance, die Lebensqualität im Zusammenleben zu stärken, Begegnungen zu fördern und die Biodiversität zu unterstützen. SAW und BGS teilen die Vision, das Areal Grünwald solidarisch zu entwickeln und gemeinschaftlich zu betreiben. Jede Projektpartei soll sich als gleichberechtigte Partnerin mit rund einem Drittel des Projektvolumens einbringen und über die Erfahrung, Professionalität und Ressourcen für ein entsprechendes Engagement über die nächsten Jahrzehnte verfügen. Für einen guten Projektfortschritt verpflichten sich die Projketpartnerinnen zu einer kooperativen Entwicklung, schlanken und entscheidungsorientierten Projektorganisation sowie zu einer hohen Identifikation mit der Vision Grünwald.